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Die Geschichte ...

"Die Rostocker Hütte wurde auf Privatinitiative des Prädinger Bergführers Andrä Mariacher geplant und gebaut. Als die privaten Geldmittel nicht mehr ausreichten wurde der Sektion Rostock das Grundstück angeboten. (...) Es war ein Wagnis, als die alpenferne Hafen- und Schiffbaustadt Rostock vor rund hundert Jahren (1912) ausgerechnet im hintersten Virgental eine Hütte baute. Aber Mariacher war überzeugt, dass eine Hütte an diesem Ort eine Erleichterung für die langen Touren auf Dreiherrn-Spitze, Simonyspitzen und Geiger bedeuten würde. Und er hat bis Heute Recht behalten. Am 8. August 1912 wurde die Hütte mit ihren 27 Übernachtungsplätzen - 13 Betten und 14 Matratzenlager - feierlich eingeweiht. 1912 stellte sich die Gletscherwelt in der Umgebung der Hütte noch sehr viel prachtvoller dar. So erstreckte sich damals der von den Simonyspitzen und vom Reggentörl fließende Simonykees bis unmittelbar in die Nähe der Hütte und diente als "Kühlschrank" für Frischfleisch.

Erster Hüttenwirt wurde 1912 Mariacher selbst, der sich auch um den Ausbau des Wegenetzes im Maurertal sehr verdient gemacht hat. 1914 wurde Mariacher zum Krieg einberufen. Beim Verlassen der Hütte entfernte er noch schnell die Brücken über die Gletscherbäche, sodass die Hütte als eine der wenigen im Tauerngebiet nicht bestohlen wurde.

Nach dem Krieg führte 63 Jahre lang (!) die legendäre Hüttenwirtin Ida Steiner die Rostocker Hütte. Es gibt eine wunderbare Chronik über die "Königin vom Maurertal". Absolut lesenswert !!! Aus dieser Biografie stammt folgendes, treffende Zitat:

"Gott hat die Berge so hoch gestellt und tat damit Wunder kund. Damit nicht jeder Lumpenhund, mit denen die Täler so reichlich gesegnet, dem einsamen Wanderer hier oben begegnet"!

(
...) 50 Jahre nach Eröffnung der Hütte wurde der in den Westen emigrierte Nachfolgeverein finanziell zu schwach, um die Hütte allein zu halten. Die Essener Sektion, deren im benachbarten Umbal-Tal gelegene "Neue Essener-Hütte" durch eine Staublawine zerstört worden war, sprang ein, beließ den Namen und die Rostocker Hütte, damals als Lager- und Abstellraum. 1966 wurde die "Essener Hütte" feierlich eingeweiht. Beide Hütten sind heute nicht nur namentlich, sondern auch durch einen Mittelbau miteinander verbunden.

Lange Jahre wurde die Essener- und Rostocker Hütte von Friedl Steiner, einem Urenkel von Mariacher aus Prägraten, in vierter Generation aufs Beste bewirtschaftet. Es folgte ein turbulentes Jahr. Seit 1. März 2008 nun sind Marialuise und Peter Florineth Pächter der Essener- und Rostocker Hütte.

© Quelle: graficdasign/http://www.bergnews.com

Die Festschrift der Sektion Main-Spessart mit interessanten Infos zur Geschichte. festschrift_mainspessart.pdf

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