Ein Zwerg am Berg
Ich habe heute die Internetpräsenz des Theater Lüneburg gesehen und bin zu tiefst erschüttert. Gut, ich bin vom Fach und daher voreingenommener Designpolizist. Aber da ist ganz gründlich was daneben gegangen.
Leider gibt es keine Möglichkeit dort etwas zu kommentieren oder gar ein Gästebuch. Durch nicht vorhandene Benutzerfreundlichkeit, fehlende Metatags und Beschreibungen, “fettige” Gifs und nicht erkennbarer Links/Hoover bleibt von der ehemals visuell starken “Marke” Theater Lüneburg nichts über. Wie im neuen Printauftritt auch sind die Stücke/Titel alle durchgestrichen. Fallen die aus? Schon ausverkauft? Ist das jetzt Mode?
Bei der Ausschreibung zur Vergabe eines “Redesign, bevorzugt an regionale Designer und Grafiker” hieß es explizit, das “die Schauspieler in den Mittelpunkt der Aussendarstellung” gerückt und das Theater dadurch “Gesicht” zeigen solle. Warum haben die (Hamburger) Künstler dann bitte die ausnahmslos guten Portraits hinter weißen Flächen versteckt? Ist das jetzt auch Mode? Gut, ich bin nicht mehr der Jüngste, komme nicht aus der Metropole sondern aus der Region und solche Gimmicks erschließen sich mir nicht (mehr), aber wem sonst??? Für Hinweise bin ich offen. Vielleicht den jungen, urbanen Theaterbesuchern? Denen würde ein Tweet oder gar Facebook bestimmt mehr geben.
Das für Kultur-(betriebe) immer weniger Geld vorhanden ist kann man dem Theater nicht vorwerfen. Und das Programm nebst neuer Leitung und Ensemble ist Super. Aber das für “Redesign” ausgeschriebene (manche sagen skandalös niedrige) Honorar wäre im vorliegenden Fall besser bei den Mitarbeitern aufgehoben gewesen. Die hättens wenigstens versaufen können (und auch wollen). Micha Hahns Linie mag zu Recht umstritten gewesen sein, aber eins war sie sicher! Eine Linie. Und zwar eine Starke!
Der jungen, hippen Agentur in Hamburg muss ich zu Gute halten, das sie ein echt dickes Brett heben und mit dem Elefanten-Logo kann ich mich durchaus anfreunden. Steht er doch nicht nur seit Jahren (unbemerkt?) auf dem Theaterdach, sondern besitzt Charaktereigenschaften, die man im Kulturbetrieb brauchen kann.
Aber Vorsicht Theater: Im Wuppertaler Zoo wird man auf Hinweistafeln gewarnt, das “Elefanten gerne Gegenstände in den Besucherbereich werfen”. Ich fühl mich grad wie einer. Aber die dortigen Hinweistafeln sind allemal schicker als die neue Corporate Identity.
Nein, es war kein Tornado auf Helgolands Dünenzeltplatz.! Aber das macht die Sache nicht besser. Wetterkundige sprechen von einem “Downburst“. Ich spreche vom größten Arschtritt meines Lebens. Und ich weiß, wovon ich Rede, denn ich halte meinen gerne mal genau da hin, wo getreten wird.
Nach einer herrlichen Woche mit Traumwetter und Entspannung am Strand mit Frau, Kind und einer Freundin auf Besuch, hat sich am Nachmittag des 12ten der Himmel in einer weiß-schwarz-blau-grünen Welle über uns geworfen.
Gradezu auf den Kopf gefallen ist er uns. Das Zelt wurde mit unvorstellbarer, fast nuklearer Kraft und Geschwindigkeit mit samt unserer Tocher, die zu der Zeit in der Schlafkabine schlief, 43 Meter weit fortgerissen und kam hinter einem ca. 4m. hohen Dünenkamm am Strand zur Erde zurück. Uns hat es auf den Boden geworfen, und der gesamte Bestand eines auf Campingartikel spezialisierten Möbelhauses flog über uns hinweg.
Unverletzt konnten wir sie – und uns – bergen, und die Betreuung durch die Einsatzkräfte danach lief professionell, unverzüglich und von Herzen. Kommendes Jahr haben wir aber einen Platz im Windschatten reservieren lassen. Helgoland: Nächstes Jahr wird zurück geblasen, da kannst Du einen drauf lassen!!!
Unbedingt im Vollbild-Modus gucken!!!
Jetzt weiß ich, wo der Westerwelle seiner spätrömischen Dekadenz frönt.
Himmel, sieht das da schwul aus!!! Ist das neueste Vorzeigehotel seines Freundes nicht kuschelig? In der Küche arbeiten bestimmt nur hartz4ler …
Na endlich! Jetzt ist sie eine von uns!!!
“Früher war das Klettern gefährlich und der Sex sicher. Heute ist es umgekehrt”
Yvon Chouinard (Patagonia)